Lebenslagen
Rentenlücke 30 Jahre vor der Rente
Mit 35–37 Jahren liegt der größte Hebel der Altersvorsorge: 30 Jahre Zinseszins-Wirkung. Hier zeigen wir an einem konkreten Beispiel, wie hoch die Lücke realistisch ist — und welche Größenordnungen Vorsorge erreicht.
Datenquelle: Deutsche Rentenversicherung (DRV) und SGB VI §§ 63–68, § 77, § 235, § 255e, § 56. Rentenpaket II 2024. Besteuerung nach § 22 EStG (Kohortenprinzip). Stand: April 2026. Verbindlich ist ausschließlich die persönliche DRV-Rentenauskunft.
Beispiel: 35-Jähriger, 50.000 € Brutto
Mit 32 Beitragsjahren bis Alter 67 ergibt sich eine Brutto-Rente von ca. 1.500–1.700 € (abhängig von Karriereentwicklung). Nach 86%-Besteuerung, KVdR und Pflegeversicherung bleiben ca. 1.200–1.350 € Netto. Bei 75% Bedarf vom heutigen Netto sind das schon ohne Inflation rund 700–900 € Lücke.
Hinzu kommt: in 30+ Jahren wird Inflation einen erheblichen Teil der Kaufkraft auffressen. Bei 2,5% Inflation und 2,5% Anpassung gleicht sich das aus. Bei 3% Inflation und 2% Anpassung sind nach 20 Rentenjahren real fast 19% weg.
Warum jetzt = maximaler Hebel
Zinseszins wirkt exponentiell. 100 € pro Monat bei 5% reale Nettorendite ergeben:
- nach 10 Jahren: ca. 15.500 €
- nach 20 Jahren: ca. 41.100 €
- nach 30 Jahren: ca. 83.200 €
Diese Größenordnungen sind keine Empfehlung — historische Zahlen sind keine Zukunftsgarantie. Aber sie zeigen, warum 30 Jahre Vorlauf so wertvoll sind. Welche Säulen dafür in Frage kommen, beleuchten wir neutral im Cluster "3 Säulen".