Realität & Aufklärung
Rentenpaket II — Haltelinie 48% bis 2031
Mit dem Rentenpaket II hat die Bundesregierung 2024 eine politische Linie gezogen: Das Rentenniveau soll bis mindestens 2031 nicht unter 48% des Durchschnittseinkommens fallen. Was bedeutet das, und was kommt danach?
Datenquelle: Deutsche Rentenversicherung (DRV) und SGB VI §§ 63–68, § 77, § 235, § 255e, § 56. Rentenpaket II 2024. Besteuerung nach § 22 EStG (Kohortenprinzip). Stand: April 2026. Verbindlich ist ausschließlich die persönliche DRV-Rentenauskunft.
Was ist das Rentenniveau?
Das Rentenniveau (genauer: Sicherungsniveau vor Steuern) ist der Quotient: Standardrente nach 45 Beitragsjahren ÷ Durchschnittsentgelt. Aktuell 2026: 48%. Heißt: Wer 45 Jahre Durchschnitt verdient hat, bekommt eine Rente in Höhe von 48% des aktuellen Durchschnittseinkommens.
Die 48%-Haltelinie konkret
Ohne Haltelinie würde das Niveau weiter sinken — durch demografischen Wandel und steigende Lebenserwartung. Die Haltelinie zwingt den Bund, per Gesetz nachzulegen, falls das Niveau unter 48% rutscht. Sie wirkt aber nur bis 2031. Was danach kommt, ist offen.
Generationenkapital
Seit 2024 baut der Bund ein „Generationenkapital" auf — ein staatlicher Fonds zur Stabilisierung der Beitragssätze. Erträge ab Mitte 2030er. Volumenziel: 200 Mrd. € (geplant). Kritik: Volumen reicht möglicherweise nicht für relevante Entlastung.
Was nach 2031 kommt
Offen. Politische Optionen: Verlängerung der Haltelinie, Einbeziehung von Selbstständigen/Beamten, Anhebung Regelaltersgrenze, höhere Beitragssätze, mehr Bundeszuschuss. Jede Option hat Verteilungswirkung — keine ist trivial.